Danziger Jopenbier
Das Danziger Jopenbier war eine legendäre Spezialität der Hansestadt Danzig. Das obergärige, extrem konzentrierte Bier besaß eine außergewöhnlich hohe Stammwürze von etwa 45 bis 55 Prozent und wurde sehr stark gehopft. Nach langer Kochzeit vergor die Würze spontan, wobei wilde Hefen, Milchsäurebakterien und Schimmelpilze beteiligt waren. Die Reifung konnte viele Monate dauern.
Wegen seiner hohen Konzentration war Jopenbier besonders haltbar und wurde vor allem als Schiffsproviant, Kochzutat und zur Verfeinerung anderer Biere verwendet. Es wurde bis nach England und Holland exportiert. Die traditionelle Herstellung endete schließlich im frühen 20. Jahrhundert mit dem Aufkommen der hellen Lagerbiere, die einfacher, schneller und wesentlich günstiger herzustellen waren. Entsprechend schrumpfte die Zahl der Danziger Brauereien, die noch Jopenbier produzierten: von 32 im Jahr 1806 auf nur noch vier 1870.
Heute stellt die Brauerei Browar PG4 mit dem deutschen Braumeister Johannes Herberg in Danzig wieder ein Jopenbier her.
Für die Herkunft des Namens Jopenbier gibt es zwei überlieferte Theorien. Die erste führt den Begriff auf eine mittelalterliche große hölzerne Schöpfkelle zurück, die „Schuffe“ oder „Schope“ genannt wurde. Mit dieser Kelle wurde beim Brauen heißes Wasser auf das Malz gegossen, um die für den Brauprozess notwendige Maische herzustellen. Nach dieser Theorie wurden die damaligen Biere zunächst als Schuffenbier oder Schopebier bezeichnet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus aus heute unbekanntem Grund die Bezeichnung Jopenbier.
Eine zweite Theorie sieht einen Zusammenhang mit dem Ausdruck „Jopenbier“ für heißes Bier und der Bezeichnung eines engen, eng anliegenden weiblichen Kleidungsstücks beziehungsweise einer straffen Jacke. Ein solcher Begriff ist in einigen Regionen Polens noch als „jupka“ oder „jubka“ bekannt. Wie genau diese Verbindung zum Bier entstanden sein soll, ist allerdings nicht eindeutig geklärt.
Auch die Geschichte Danzigs liefert einen interessanten Hinweis: Die heutige Piwna-Straße hieß mindestens seit dem 15. Jahrhundert „Jopengasse“. Dort lebten Brauer, die ein Bier nach einer damals als „alpenländisch“ bezeichneten Brauart herstellten. Der Name Jopen war in Danzig somit schon im Mittelalter eng mit dem Brauwesen und der Herstellung dieses besonderen Bieres verbunden.
Schorschbräu mit den stärksten Bieren der Welt, macht naheliegend daraus nun eine Imperial Jopenbier Version mit diesen Daten:
25.12.2025: Schüttung 750 kg Pilsener Malz ,12,5 kg Sauermalz, keine weitere Wasseraufbereitung, anaerobe Hefegärung Ziel mindestens 12% Vol., parallele aerobe Edelschimmelfermentation, Ziel = Ausschlagwürze: 8 hl mit mindestens 45° Plato
05.01.2026 Brautag: 46,3° Plato, Dauer 18 Stunden, Hopfung Hallertauer Blanc auf ca. 35 IBU
09.03.2026 Hauptgärung abgeschlossen: abziehen vom dicken Geläger in den Lagertank zur Nachgärung.